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Grafschaft bzw. Herzogtum Geldern:

Die Grafschaft Geldern wurde 1339 zum Herzogtum erhoben. Sie erstreckte sich um 1500 von der Zuidersee im Norden bis nach Heinsberg im Süden, von Leerdam im Westen bis Bocholt im Osten. Ca. 80 % des Gebietes lag in den heutigen Niederlanden. Dabei war, wie bei vielen anderen Grafschaften dieser Zeit, das Herrschaftsgebiet sehr stark zerklüftet. So hatte das Oberquartier Roermond, zu dem auch das Amt Krickenbeck mit Hinsbeck gehörte, keine direkte Verbindung zu den Niederquartieren Arnhem, Zutphen und Nimwegen, das Herzogtum Kleve lag dazwischen. Textfeld: Bild 7 Landkarte aus Atlas zu Geschichte des Niederrheins Seite 71 Das Land wurde bis 1372 von den Grafen und Herzögen von Geldern regiert. Als Erben übernahmen zunächst die Herzöge von Geldern und Jülich (1372-1423), später die Herzöge von Egmond (1423-1473; 1492-1543) bzw. von Burgund (1473-1492) die Herrschaft. 1543 rückte der deutsche Kaiser Karl V. (ein Urenkel des geldrischen Herzogs Karl des Kühnen, gest. 1477) mit einer gewaltigen Streitmacht siegreich nach Venlo vor, um als Sohn des bisherigen Herzogs Philipp dem Schönen das Herzogtum zu übernehmen. Der regierende Herzog Wilhelm der Reiche unterwarf sich daraufhin und verzichtete auf sein Herzogtum. Nach der Reichsteilung 1555/56 fiel Gesamtgeldern zusammen mit den Niederlanden an Spanien, verblieb jedoch im Deutschen Reich.
Die Niederquartiere Arnhem, Zutphen und Nimwegen wurden nach dem niederländischen Befreiungskrieg, dem 80jährigen Krieg (1568-1648), Teil der Niederländischen General-staaten und bilden heute im Großen und Ganzen die niederländische Provinz Gelderland. Das geldrische Oberquartier blieb Teil der spanischen Krone. Über dreihundert Jahre blieb das Gelderland
Aufzugs- oder Durchzugsgebiet der verschiedensten Armeen, durchschnittlich alle 20-30 Jahre fand hier irgend ein Krieg, eine kriegerische Auseinandersetzung oder eine Besetzung statt. So verarmte das Land und die Bevölkerung. 1673 waren die Spanischen Niederlande so stark verschuldet, daß sie die Gerichtsbarkeiten verschiedener Ämter im Gelderland verkauften. Hierbei erwarben die Herren von Schaesberg, Besitzer des Schlosses Krickenbeck, die Gerichtsbarkeit im Amte Krickenbeck mit den „Herrlichkeiten“ Hinsbeck, Wankum, Herongen und Leuth.

 
 

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